In seinem neuesten Newsletter “Die unendliche Anhebung des Trainingstempos“ äussert sich Peter Greif äusserst kritisch zu einem anderen Trainingsplan-Programm. Zwar nennt er den Namen nicht. Dass damit Vicsystem gemeint ist, ist aber sonnenklar. Dabei lässt er nichts aus, veranstaltet eine regelrechte Schlammschlacht und zieht sogar über den Betreiber persönlich her.
Zwar kann ich die Kritik ein kleines Bisschen nachvollziehn. Denn wenn man das Hirn komplett ausschaltet, alle zwei Wochen einen Wettkampf plant und dann stur versucht das Programm durchzuziehen, dann wird man sich wohl eine Überlastung holen. Aber wenn man sich vernünftige Wettkampfziele setzt, ab und zu eine Einheit mit aktiver Regeneration ersetzt oder ganz streicht wenn man sich müde fühlt, dann hat man mit Vicsystem genügend Erholung.
Schliesslich sind es ja gerade die Greif-Pläne, die dafür bekannt sind zu hart zu sein, die angeblich nicht mal eine Tapering-Phase vorsehen. Bei Vicsytem hingegen gibt es zig regenerative Einheiten, sogar obligatorische Pausentage und in wettkampffreien Zeiten gar Reduktionsblöcke.
Wenn man es sich also genau überlegt, dann schneidet sich Greif mit seinem Letter wohl eher ins eigene Fleisch. Und man fragt sich, ob er die Konkurrenz dermassen fürchtet, dass er sich so (emotional) ins Zeug legen muss..
14.0 km Dauerlauf @ 5:58/km, 74%
PS:
Und weil’s grad so schön zum Thema passt: Nach 30 km am Sonntag, 13 km gestern und heute nochmals 15 km bin ich saumüde. Zum Glück ist morgen Ruhetag!
PPS:
Neue Streckenführung beim Zürich Marathon 2010!
Für mich hat Vicsystem auf das ganze Jahr hinausgesehen zuwenig Erholungszeit. Aber ich mach es dann einfach so, dass ich nach einem Wettkampf für eine längere Phase nach Lust und Laune trainiere.
Was mir aber im Greif-Newsletter auch wichtig erscheint ist die Aussage: “Nach welchem Plan du auch trainierst, gib erst alles in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung und die dauert 6 Wochen und nicht länger.”.
Dem kann ich nur zustimmen. Im Januar/Februar lieber noch einen Gang kleiner trainieren.
Ich würde sagen, dass bei Vicsystem der Läufer besser bedient ist, wenn er etwas Erfahrung mitbringt und daher weiss weshalb und wie ungefähr trainiert werden sollte.
Ich habe diese Woche mein erster Greif-Plan meines Lebens bekommen. Sehr bootcamp-mässig, aber der Plan gefällt mir. Das Vicsystem kenne ich nicht, die Kritik von Peter Greif finde ich allerdings unsportlich.
Tipp: habe gestern das Buch “Achilles Verse” gekauft. Sehr lustig, würde dir bestimmt gefallen.
Bin gestern das erste Mal Zürich-Pfäffikon gelaufen (35km, mit Umwegen in Bäch und Zusatzschlaufe in Pfäffikon). Mit dem Zug wieder zurück. Sehr schön, da hast du recht!
Auf seinen Körper hören muss jeder selber, das kann uns kein Plan abnehmen. Vicsystem passt sich den Trainingsleistungen an, das gefällt mir gut. Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, mein Tempo unendlich steigern zu können…
@ Daniel:
Kommt aber schon drauf an, was man vor den 6 Wochen macht. Dass man vorher nicht zu hart trainieren sollte, kann ich nachvollziehen, aber ich denke man sollte auch nicht zu wenig machen. Denn in 6 Wochen macht man aus einer schlechten Forme keine gute, gerade wenn man noch das Tapering abzieht..
@ Catrina:
So wie ich das gehört habe sind die Greif-Pläne sehr gut, solange man mit den Trainingsumfängen fertig wird. Viel Spas damit & danke für den Buchtipp, werde ich mir mal anschauen.
@ Bo:
Das seh ich genau so!
Hallo Tom
Hast du da einen direkteren Link? Auf dieser unübersichtlichen Seite fand ich den von dir beschriebenen Artikel nicht. Würde mich interessieren!
Jetzt steckst du wohl im Schnee, oder?
Hallo Chris,
Sieht so aus als hätten sie den Newsletter von der Seite genommen, ist nicht mehr dort. Hat wohl ne saftige Reklamation erhalten..
Wenn du mir ein Mail auf webmaster@thovo.ch schickst, kann ich dir die e-Mail Version vom Newsletter weiterleiten.
Gruss Tom
Danke für den Link. Das liest sich wie eine sonntägliche Predigt von der Kanzel. Kann verstehen, dass der Text dort nicht mehr online ist. Die Art, wie der Artikel geschrieben ist, wirkt befremdend, um es “weich” auszudrücken…
Du sagst es, seh ich genau so!